Passivhaus-Planer: 3 Tipps und Tricks

Passivhaus-Bau erfordert Fachleute, welche mit spezifischem Wissen ausgestattet sind und eine fundierte Praxiserfahrung mit sich bringen – der Passivhaus-Planer.
Diesen Artikel teilen auf:
20.04.2022

Was bedeutet es, Passivhaus-Planer zu sein?

Das Passivhaus Institut vergibt regelmäßig exklusive Zertifikate für Fachleute der Branche. Diese Zertifizierung ist für jedes Passivhaus-Projekt verpflichtend: Der Passivhaus-Planer spielt eine Schlüsselrolle.

Das Abzeichen „Zertifizierter Passivhaus-Planer“ sagt aus, dass man fortgeschrittenen Kenntnisse und Fähigkeiten im Passivhaus besitzt, welche nötig sind, um in Passivhaus Projekten interdisziplinär zu arbeiten. Die Rolle des Designers umfasst den architektonischen Teil, die Struktur und alle Details von Baukomponenten. Auch bei Einrichtungen, Bauphysik und bei konstruktiven Lösungen sorgt er für die fachgerechte Ausführung.

Eine Beratung beinhaltet mehr als nur Design

Der Designer ist außerdem für die Berechnung des Passivhaus-Projekts in allen Phasen verantwortlich und tritt transversal mit den Architektur- und Ingenieurteams und dem Bauherrn auf. Die Tätigkeiten des Passivhaus-Planers:

  • Läuft durch das gesamte Projekt vom ersten Entwurf bis zur Übergabe des Gebäudes an Bauherrn.
  • Er unterstützt alle Fachleute und
  • Stellt die Einhaltung des Standards bei der Entscheidungsfindung sicher.

 

Passivhaus-Planer
© Angela Sisternes-Garcia.

Wichtige Tipps für Passivhaus-Planer*innen

Lernen Sie Bauphysik

Passivhaus-Design hat grundlegend mit Bauphysik zu tun. Sobald Sie mit dem Studium der Kursunterlagen und empfohlener Bücher beginnen, werden Sie feststellen, dass das Themen näher an der Wissenschaft als der Architektur selbst liegt: Konzepte wie Energiebilanz, Wärmedurchgangskoeffizienten, Komfortkriterien, Luftinfiltration, Belüftung, Geräteleistung, Hygienekriterien und Berechnungen von Wärmebrücken, um nur einige zu nennen, werden in den Unterlagen genauer beschrieben.

Als Designer ist es neben dem Verständnis der fünf Grundprinzipien des Passivhaus-Baus Ihre Aufgabe, zu verstehen, wie ein Gebäude physikalisch „funktioniert“: Etwa der Bezug zu Innentemperaturen, relative Luftfeuchtigkeit und die Ableitung von Wasserdampf nach außen. Jede Schicht der Gebäudehülle muss sorgfältig beleuchtet werden. Dieses Wissen und die daraus resultierenden Baumaßnahmen sind ein essenzieller Faktor in Passivhäusern, um so die Gesundheit der Bewohner zu gewährleisten.

Bleiben Sie beim Thema Passivhaus auf dem Laufenden

Der Passivhaus-Planer muss in allen Passivhaus-Disziplinen auf dem Laufenden sein und wissen, welche aktuellen Neuerungen die Branche bewegen, etwa Neuentwicklungen bei Wärmedämmstoffen, den neuesten Fenster- und Türrahmen mit thermoplastischen Abstandhaltern, neue Bänder und Platten, welche die Luftdichtheit gewährleisten und die neuesten Innovationen bei aktiven Systemen wie Wärmepumpen oder Lüftungsanlagen.

Schauen Sie über den Tellerrand – Besuchen Sie Passivhaus-Baustellen

Der letzte Tipp: Besuchen Sie so viele Baustellen wie möglich, um Baumaßnahmen vor Ort zu begutachten und um als angehender Passivhaus-Planer so viel Praxiserfahrung wie möglich zu sammeln.

20.04.2022
Passivhaus

Diesen Artikel teilen auf:

Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
Verwandte Links:

Die Kommentarfunktion ist deaktiviert. Wenn Sie Fragen zum Beitrag haben, wenden Sie sich gerne an mail[at]nativhaus.de.