Soziale Passivhaus-Wohnungen in den Pyrenäen

Die traditionelle Bauweise in den Pyrenäen wird für CO₂-neutrale Architektur neu erfunden.

Auf einen Blick

Standort:
Garralda, Spanien.
Projekttyp:
Neubau
Nutzung:
Mehrfamilienhaus
Aktueller Stand:
Fertiggestellt (2022)
Zertifizierung:
Passivhaus Classic
Bauherr/Auftraggeber:
Navarra de Vivienda y Suelo S.A.
Architektur:
Dr. Rodrigo Núñez, Nazareth Gutiérrez, Juan Carrascosa
Energie- / Nachhaltigkeitsberatung:
Angela Sisternes-Garcia

Der Vorschlag interpretiert den Archetypus vom typischen baskischen Landhaus neu zwecks Landschaftsintegration und Qualitätssicherung der Architektur.

Die traditionelle Bauweise in den Pyrenäen wird für CO₂-neutrale Architektur neu erfunden. Das Projekt „vier soziale Wohnungen in Garralda“ sucht hauptsächlich die Integration seiner Architektur innerhalb des Aézcoa Tals, im Pyrenäen-Hang von Region Navarra (Spanien). Aus diesem Grund wurden die Wohnungen in zwei freistehenden Wohnblöcken vorgeschlagen, damit die Architektur völlig der ländlichen Gegend entsprach.

Andererseits achtet das Design auf sehr hohe thermische Behaglichkeit, Barrierefreiheit und Flexibilität der Nutzungsfläche. Die natürlichen Baukomponenten spielen im Projekt insbesondere eine große Rolle.

Wichtige Bausteine: Holz Modulbau und landschaftsschonende Baumaterialien

Die Struktur wurde von Anfang an modular dargestellt bzw. Brettsperrholz. Holz Modulbau dient im Projekt drei Vorteile:

  • Maximale Flexibilität für die Einrichtung des Wohnungsprogramms. Die Paneele und Balken aus CLT sind sehr belastbar und ermöglichen großen Spannweiten. Aus diesem Grund konnten die Räume mit absoluter Freiheit gestaltet werden. 
  • Vorgefertigtes Bauen mit Holz ist deutlich nachhaltiger als z. B. Ziegelmauern vor Ort. Grundsätzlich ist dieses Verfahren auf der Baustelle trocken zu verbauen.
  • Eine kürzere Bauzeit. Die vorgefertigten Strukturelemente mussten einfach vor Ort verbunden werden.

Außerdem sorgen die Materialien für eine besondere Ästhetik

Die äußeren Veredelungsmaterialien wurden so beschlossen, damit sie völlig der Architektur der Gegend und der Landschaft entsprachen. Die Außenwände wurden mit weißem Putz bekleidet und Materialien aus Holz wurden allgemein genutzt: Sowohl die Dach-/Wandverkleidung als auch die Fensterläden sind aus Thermokieferlatten.  Außerdem sind die Fenster genauso aus Holz :-).

Ein Projekt mit mehreren Auszeichnungen

  • 4 soziale Wohnungen in den Pyrenäen führen auch einen Architekturpreis der XVI spanischen Biennale Architektur und Stadtplanung (BEAU) in der Kategorie „lokale Wurzeln“.
  • Preisträger „Platinum“ des OPAL Award 2023, ein in London basierter Preis für die außergewöhnlichsten Innenarchitektur-, Architektur- und Immobilienmanagementprojekte des Jahres.
  • Das Projekt wurde mit einer Erwähnung der jährlichen Preise Premios COAM 2023 ausgezeichnet, organisiert von der Architektenkammer Madrid.  

Auf einen Blick

Standort:
Garralda, Spanien.
Projekttyp:
Neubau
Nutzung:
Mehrfamilienhaus
Aktueller Stand:
Fertiggestellt (2022)
Zertifizierung:
Passivhaus Classic
Bauherr/Auftraggeber:
Navarra de Vivienda y Suelo S.A.
Architektur:
Dr. Rodrigo Núñez, Nazareth Gutiérrez, Juan Carrascosa
Energie- / Nachhaltigkeitsberatung:
Angela Sisternes-Garcia
Nazareth Gutiérrez
Nazareth GutiérrezProjekt Planerin
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„Trockene Verbindungen fordern eine detaillierte Bearbeitung der Fugen zwecks des Passivhaus-Standards.“
Nazareth Gutiérrez
Nazareth GutiérrezProjekt Planerin
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„Die nach außen Stellung und die großzügige Größe der Wandöffnungen ermöglichen gutes Tageslicht und tolle Ausblicke auf die Pyrenäen.“
Rodrigo Núñez
Rodrigo NúñezProjekt Planer
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„Eine Holzverkleidung wurde eingestellt, um das Gedächtnis des Ortes zurückzubekommen.“
Rodrigo Núñez
Rodrigo NúñezProjekt Planer
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„Der Passivhaus-Standard erfordert präzise Entscheidungen während der Projektplanungsphase.“
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Grundstück mit zwei Wohnblöcken in einem Dorf im Herbst.

Die Wohnblöcke wurden als Passivhaus Classic zertifiziert

Vier soziale Wohnungen in den Pyrenäen freuen sich über die Passivhaus-Zertifizierung für Niedrigenergiehäuser! Die Hausplakette an zertifizierten Gebäuden gewährleistet in jeder Hinsicht eine geprüfte Qualitätssicherung:

  1. Ein behagliches Innenklima mit geringem Energieverbrauch.
  2. Die thermischen Behaglichkeitskriterien werden in jedem Wohnraum für jeden Monat erfüllt.
  3. Ein sehr niedriger Primärenergiebedarf  für alle Haushaltsanwendungen  zusammen.

Das Einbinden mit einem*r Passivhaus-Planer*in ist hier unbedingt nötig, um die Passivhaus-Zertifizierung zu erzielen. Für den Garraldas Fall war die Energiebilanz auf Kompaktheit, Luftdichtheit und solare Wärmegewinne fokussiert.

Stempel Passivhaus Classic

Wie wurden die Passivhaus-Kriterien im Projekt erfolgreich erfüllt?

Wärmedämmung von Fassaden soziale Wohnungen in Pyrenäen
Rodrigo Núñez ©

Eine Wohnungsfläche in zwei Wohneinheiten verteilt erforderte dickere Wärmedämmung

Hinsichtlich der Wärmedämmung hat die relativ kleine Größe der zwei Wohnvolumen stark den Wärmebedarf beeinflusst. Trotz bioklimatischer Maßnahmen wie hohe Kompaktheit und wärmebrückenfreies Bauen benötigten die Gebäudehüllen ungewöhnliche Dicken von Dämmmaterialien:

  • Nicht klimatisierter Dachboden: 400mm Steinwolle.
  • Außenwände: 120mm Steinwolle + 250mm WDVS-Polystyrol.
  • Bodenplatte: 300mm XPS-Dämmung.
Fenster in Fassaden von beiden Wohnblöcken
Alberto Amores ©

Große Wandöffnungen für mehr solare Wärmegewinne

Ein deutlicher Treffer des Architekturdesigns im Projekt sind die geplanten großen Fenster. In diesem Zusammenhang ist zu merken, dass eine präzise Studie erledigt werden musste, um von den meisten solaren Wärmegewinnen durch die Fenster zu profitieren. Da die Ausrichtung jedes Gebäudes unterschiedlich ist, die Aufstellung der Wandöffnungen für jeden Wohnblock variiert. Technische Leistungen von Fenstern:

  • Fensterrahmen: Passivhaus zertifizierter Fensterrahmen aus Holz Profil 90mm.
  • Glas: dreifach Verglasung mit Argon (3+3xn/18a/4/18a/3+3).
Sonnenschutz soziale wohnnungen in Pyrenäen
Alberto Amores ©

Trotz der Klimazone ist die Verschattung ebenso nötig

Außerdem legt die kräftige sommerliche Sonnenstrahlung Frei-Kühlung-Maßnahmen in warm-gemäßigten Klimazonen wie in Pyrenäen nahe.

Die Strategie für „vier soziale Wohnungen in den Pyrenäen“ besteht in die Anwendung von baulichen Verschattungselementen:

  • Die auskragenden Balkone entlang der Fassaden.
  • Mobile Faltschiebeläden dienen als temporären Sonnenschutz in wärmeren Tagen.

Mittels des IT-Tools DesignPH 2.0 wurde das Design und die genaue Berechnung der Sonnenschütze vereinfacht.

Luftdichtheit Garralda 2
Angela Sisternes-Garcia ©

Schwerpunkt zur Passivhaus-Zertifizierung: Eine geprüfte hohe Luftdichtheit

Luftinfiltrationen durch die Gebäudehüllen sid natürlich zu vermeiden. Obwohl Brettsperrholz Paneele leisten normalerweise eine hohe Luftdichtheit, wurde die luftdichte Ebene streng bearbeitet:

  1. Erstmals wurden alle Fugen und Verbindungen von Paneelen mit Klebebändern gesiegelt.
  2. Dann wurde die äußere Oberfläche von Paneelen mit flüssiger Luftdichtung gesprüht. Daher die schwarze Farbe in Fotos.
  3. Fensteranschlüsse und Rohr-Durchdringungen wurden auch mit spezifischen Klebebändern luftdicht verschlossen.

Wert vom Blower-Door Test n50 an gefertigten Gebäuden: 0,55 h-1 (Wohnblock 1) und 0,6 h-1 (Wohnblock 2).

Luftdichtheit Garralda 3
Angela Sisternes-Garcia ©

Die Primärenergiebegrenzung wurde durch effiziente Geräte erzielt

Der Passivhaus-Standard handelt sich um nicht nur den Heiz- und Kühlungsverbrauch zu senken, sondern auch den möglichst niedrigsten Primärenergiebedarf (nicht-erneuerbar) zu erreichen bzw. weniger als 60 kWh/(m2a). Hier wurde der Stromverbrauch von Geräten und Maschinen für Heizungs- und Warmwassererzeugung, Lüftung, Aufzug, Beleuchtung und Haushalt sehr präzis berechnet.

  • Heizung und Warmwasser werden durch eine effiziente Wärmepumpe erzeugt.
  • Ein Passivhaus zertifiziertes Lüftungsgerät mit Wärmerückgewinnung wurde installiert.
  • Alle Gemeinschaftsflächen sind mit LED-Lampen beleuchtet.

Die Besonderheiten vom Projekt:

  • Vorgefertigte modulare Architektur in einem ländlichen Ort ist auch machbar.
  • Tolles Architekturdesign und der Passivhaus-Standard sind überhaupt nicht konfrontiert!
  • Gute Kommunikation und Zuhören innerhalb des Projektteams sind am wichtigsten, um alle Ziele durchzuführen.

Angela Sisternes-Garcia

Projekts Passivhaus-Beraterin.

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